Modul 5

Motivation vs. Manipulation (6)

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Grundsätzlich gilt: Bei der Manipulation werden nur die Bedürfnisse des Manipulierenden befriedigt, während die Bedürfnisse des Manipulierten entweder außer acht gelassen werden oder nur der Befriedigung niedrigerer Stufen (als die des Manipulierenden) dienen.

Emotionale Manipulation

Viele Faktoren, die auf uns einwirken, beeinflussen unser Selbstwertgefühl sowohl positiv, als auch negativ. In der heutigen Zeit werden wir durch Medien und Schule oder Beruf mit Informationen überschüttet, so dass man beobachten kann, dass viele Menschen an Ihrem psychischen Limit leben. Erfolgsdruck und unzählige Regeln und Gesetze in unserem Staat verlangen manchem viel ab. Wir befinden uns also zunehmend im Widerspruch mit unseren Gefühlen und den Reizen, welchen wir durch diese enorme Flut an Informationen ausgesetzt sind. (zu diesem Thema mehr im Modul "Transaktionale Analyse") Unser Organismus will aber Energie sparen und versucht die Zeit, die wir mit diesen unangenehmen Gefühlen verbringen möglichst kurz zu halten und wir selektieren Reize nach unserer Erwartungshaltung und werden allem, was uns noch mehr destabilisieren könnte, gegenüber taub. Deshalb haben Manipulatoren auch die Chance uns so zu beeinflussen, dass wir meist erst spät merken, dass wir ausgenutzt und hintergangen wurden. Das ist besonders in Beziehungen sehr schmerzvoll. Dazu ein Beispiel der emotionalen Manipulation:

(Versuchen Sie beim Lesen dieses Beispiels, immer die Themen "Selbstwertgefühl", "Menschliche Bedürfnisse" und "Konfliktbewältigung" im Hinterkopf zu haben und analysieren Sie für sich das Zusammenspiel aller Faktoren!)

Jonas möchte Maria verlassen, weil er eine andere Frau kennen gelernt hat, bei welcher er glaubt, das sie ihm emotional (vielleicht auch materiell) mehr bieten könne, als Maria.

Maria liebt ihren Jonas und will ihn nicht verlassen, weil sie ja nichts von der anderen Frau weiß. Da Jonas nicht fähig ist, offen mit Maria über dieses Thema zu reden, beginnt er sein Verhalten so ihr gegenüber zu ändern, dass er Maria davon überzeugen kann, dass es für sie das beste ist, wenn Sie ihn verlässt. Nach einiger Zeit, hat sie dann tatsächlich das Gefühl, dass diese Beziehung zum Scheitern verurteilt ist, und beendet sie auch. Jonas wird ihr dann später das Gefühl geben, dass sie verantwortlich für die Trennung ist, nach dem Motto " Du hast mich ja verlassen!". Jonas befindet sich also in einem intrapersonalen Konflikt und fühlt sich Nicht-OK, da ja sein Selbstbild und Gewissen (ich will treu sein) nicht mit seinem tatsächlichen Verhalten (ich bin untreu) übereinstimmt. Um dieses Problem für ihn zu lösen, um sich wieder OK zu fühlen, hat er sich entschieden Maria emotional so zu manipulieren, dass sie als Schuldige hervorgeht. Maria selbst weiß nicht, was da überhaupt passiert ist. Sie ist das eigentliche Opfer, kann aber die Gründe für das andere Verhalten Jonas' nicht identifizieren. Vielleicht ist er sich selbst auch nicht bewusst, was er da tut. Er sorgte dafür, dass er das von ihm gewünschte Ergebnis erhielt, ohne sich Maria gegenüber schuldig zu fühlen. Er muss also keine Verantwortung übernehmen. (SWG, MB?) Sein Verhalten, so glaubt er (noch), hilft ihm, seinen inneren Konflikt zu lösen und davon zu profitieren und als "Sieger" aus dieser Situation herauszugehen. Diese Logik wird ihm im Normalfall später noch einholen. Der Verstand wird alles tun, was er kann, um sich der unangenehmen Gefühlssituation zu entziehen. Er wird eine schuldige Partei finden, die den Manipulator wie ein Opfer aussehen lässt, oder ihn in eine Situation manövriert, die seine Gedanken und sein Verhalten rechtfertigten. Am Ende ist Jonas in seiner Beziehung immer das unglückliche Opfer, und deshalb ist emotionale Manipulation von außen auch so schwer zu erkennen und nachzuweisen. Sollte er später nicht die Chance nutzen und Maria ehrlich gegenüber treten, wird dieses Verhalten sein Selbstwertgefühl für immer belasten. Es ist also ein weiterer Stein, den er ab sofort in seinem "Gewissensrucksack" mit sich herum trägt.

Manipulationen bringen also einen kurzfristigen "Sieg" des Manipulators, können jedoch auf Dauer krank machen und das SWG stark senken. Intuitiv wissen diese Menschen das auch, haben aber zum Zeitpunkt der Manipulation einen stärkeren Drang zur Befriedigung eigener Bedürfnisse. 

Zwischenmenschliche Kommunikation

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